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Allgemeine Totenansprache

Zum Begräbnis

Tod, wo ist dein Sieg?

   

Immer wieder kommen wir zusammen, um von lieben Verstorbenen Abschied zu nehmen. Obwohl wir wissen, dass jedes Leben auf dieser Erde einmal vergehen wird, trifft uns der Tod doch jedes Mal von Neuem. Der Tod ist ein Räuber, der uns liebe Menschen wegnimmt!

Was kommt danach

Und immer wieder: fragen wir uns: Was kommt danach? Was ist nach dem Tod? Wir, die wir jetzt traurig Abschied nehmen, werden feststellen, dass die Zeit manchmal früher, manchmal später die Wunden unserer Trauer heilen wird. Die Erinnerung an die Verstorbenen und besonders die Liebe, die uns mit ihnen verbunden hat, werden bis zu unserem eigenen Tod in unseren Herzen weiter leben. Aber was geschieht mit den Verstorbenen selber?

Als Christen wissen wir, dass Jesus für uns sein Leben hingegeben hat, damit wir das Leben erhalten. Er hat durch sein Leiden und seinen Tod am Kreuz dem Tod die Macht genommen und die Menschen aus dem Tod zum Leben geführt. Deshalb werden wir gerade jetzt, in dieser Abschiedstunde, angehalten, auf das Kreuz Christi zu blicken: In ihm sehen wir den Schmerz des Leidens, den Schmerz unserer Trauer, in ihm sehen wir aber auch den Ursprung unserer Erlösung. Wäre das Kreuz nicht, hätten wir keine Zuversicht auf das ewige Leben! Der Tod konnte Jesus nämlich nicht festhalten; er ist von den Toten auferstanden und hat verheißen, dass er auch uns von den Toten auferwecken werde.

So glauben wir zuversichtlich, dass der Tod nicht das letzte Wort ist. »Tod, wo ist dein Sieg, Tod, wo ist dein Stachel? «, fragt Paulus auf rhetorische Weise im 1. Korintherbrief (1 Kor 15,55), und er ruft überzeugt aus: »Gott aber sei Dank, der uns den Sieg geschenkt hat durch Jesus Christus, unseren Herrn« (1 Kor 15,57). Der Tod ist zwar als Folge der Ursünde für alle Menschen unausweichlich, aber Jesus Christus hat für uns alle das Leben erworben, das ewige Leben. Und so müssen wir alle den Tod erleiden, um leben zu können! Denn für uns Christen ist der Tod die Geburt zum himmlischen Leben, das keinen Schmerz, kein Leid, keine Krankheit und kein Ende kennt.

Nicht weggenommen, sondern vorausgegangen

Wenn wir Abschied nehmen von lieben Verstorbenen, tun wir dies in der Gewissheit, dass wegen der Verdienste Christi uns die Toten nicht »weggenommen« werden, sondern dass sie uns vorangehen in eine andere, bessere Welt. Dort werden sie vom barmherzigen Richter in den ihrem Lebenswandel gemäßen Zustand geführt, bis sie so vollkommen geläutert sind, dass sie endgültig eingehen können in die ewige Herrlichkeit, ins Paradies der göttlichen Liebe, in die vollkommene Anschauung des dreifaltigen Gottes. Wir sind unseren Verstorbenen eng verbunden durch unser Gebet, durch die Feier der hl. Messe, durch unseren eigenen, dem Herrn wohlgefälligen Lebenswandel. Sie bleiben uns verbunden durch die Hilfe, die sie uns gemäss ihrem Erkenntnisstand und soweit es der liebe Gott zulässt, erweisen können.


Und dann, wenn wir selber an die Schwelle dieses irdischen Lebens kommen und eintauchen werden in die unbekannte Dimension, werden wir unsere lieben Verstorbenen, die nun in Gott ruhen, wieder sehen und alle beisammen sein. Diese Hoffnung drückt wiederum der hl. Apostel Paulus in seinem ersten Brief an die Thessalonicher aus. Und Paulus muss es ja wissen: Er hatte ekstatische Erfahrungen mit dem Himmel gemacht und uns berichtet, was er gesehen und gehört hat.

Auch wenn der Tod eines lieben Verstorbenen uns mit Schmerz und Trauer erfüllt, wollen wir doch nie vergessen, was für eine wunderbare Hoffnung wir Christen haben. Aus dem Glauben an die Überwindung des Todes und die Auferstehung Christi können wir auch jetzt in dieser Abschiedstunde Kraft, Trost und Zuversicht schöpfen. "Unsere Heimat ist im Himmel«, heißt es in der Bibel; wir alle sind unterwegs dorthin. Unsere Verstorbenen haben ihren Lauf vollendet und sind in Gottes Hand. Wir dagegen gehen weiter auf unserem Lebens- und Glaubensweg und wollen uns bemühen, den Glauben zu bewahren und die Liebe, die Jesus Christus gebracht hat, überall, wo, wir sind, auszubreiten und weiterzuschenken. Dann dürfen auch wir uns freuen auf den Himmel, auf die ewige Glückseligkeit bei Gott und das ewige Zusammensein mit denen, die uns vorangegangen sind.