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Segnungsfeier
des neuen Löschfahrzeuges
Forchtenau
mit hl. Messe
u. Ansprache dazu

Liturgische Begrüßung/Einführung:

V: Wir haben uns zur Segensfeier dieses Löschfahrzeuges versammelt. Tagtäglich nut­zen wir die Möglichkeiten, die uns die heutige Technik bietet. Wir wissen aber auch um ihre Gefah­ren. Die Einsatzfahrzeuge sollen uns helfen, den Menschen beizustehen in den verschiedenen Notla­gen, die der Alltag oder unvorhergesehene Naturereignisse mit sich bringen können.

Pr: So wollen wir Gott bitten, seine segnende Hand auszubreiten über alle, die im Dienst an ihren Mit­menschen dieses Fahrzeug benützen, und über alle, die in eine Notlage geraten und durch einen Einsatz Hilfe erwarten.
Zu Beginn dieses Gottesdienstes bitten wir um Gottes Erbarmen:

Lesung aus dem Buch Numeri
Der Herr sprach zu Mose:
Sag zu Aaron und seinen Söhnen: So sollt ihr die Israeliten segnen; sprecht zu ihnen:
Der Herr segne dich und behüte dich.
Der Herr lasse sein Angesicht über dich leuchten und sei dir gnädig.
Der Herr wende sein Angesicht dir zu und schenke dir Heil.
So sollen sie meinen Namen auf die Israeliten legen, und ich werde sie segnen.
Wort des lebendigen Gottes

Evangelium nach Lk
In jener Zeit sprach Jesus: Ein Mann ging von Jerusalem nach Jericho hinab und wurde von Räubern überfallen. Sie plünderten ihn aus und schlugen ihn nieder; dann gingen sie weg und ließen ihn halbtot liegen.
Zufällig kam ein Priester denselben Weg herab; er sah ihn und ging weiter.
Auch ein Levit kam zu der Stelle; er sah ihn und ging weiter.
Dann kam ein Mann aus Samarien, der auf der Reise war. Als er ihn sah, hatte er Mitleid,
ging zu ihm hin, goß Öl und Wein auf seine Wunden und verband sie. Dann hob er ihn auf sein Reittier, brachte ihn zu einer Herberge und sorgte für ihn.
Am andern Morgen holte er zwei Denare hervor, gab sie dem Wirt und sagte: Sorge für ihn, und wenn du mehr für ihn brauchst, werde ich es dir bezahlen, wenn ich wiederkomme.
Was meinst du: Wer von diesen dreien hat sich als der Nächste dessen erwiesen, der von den Räubern überfallen wurde?
Der Gesetzeslehrer antwortete: Der, der barmherzig an ihm gehandelt hat. Da sagte Jesus zu ihm: Dann geh und handle genauso!


Predigt anlässlich der Segnung des Löschfahrzeuges mit Bergeausrüstung

Vor genau einem Jahr haben wir hier auch den Gottesdienst gefeiert und dabei dieses neue FFW-Haus gesegnet und seiner Bestimmung übergeben. Der heutige Tag ist für die FFW-Forchtenau und für uns, die Bewohner von Forchtenstein, wieder ein Festtag. Dieser Raum, der breiten Platz für mehrere Fahrzeuge bietet, wird mit einem neuen Löschfahrzeug mit Bergeschere gefüllt. Das neue Löschfahrzeug ist festlich geschmückt und wartet auf die feierliche Segnung. Ich darf die FFW-Forchtenau zu diesem wertvollen Neuerwerb von Herzen beglückwünschen.

Heute soll ihm der Segen der Kirche zuteil werden, es wird dem Schutz des Allmächtigen anvertraut. Diese Segenshandlung ist wieder ein erfreulicher Beweis dafür, wie fest Kirche und Bevölkerung unserer Gemeinde miteinander verbunden sind. Und es ist für uns alle eine große Ehre, dass zu diesem Fest Hr. LH Niessl, Hr. Landtagsabgeordneter Weghofer und viele Ehrengäste gekommen sind.

Warum diese Segnung?
Bei der Segnung eines Fahrzeuges – wir merken das große Interesse besonders bei den Segnungen unserer Autos – soll der vielschichtige Zusammenhang zwischen_dem Wirken Gottes und dem menschlichen Tun offenbar werden. Wie der Schöpfer sich freut an den Dingen und Lebewesen, die er geschaffen hat, so freut sich die Kirche an all den Werken und Erfindungen, die der Mensch in Erfüllung des Kulturauftrags Gottes: „Macht euch die Erde untertan“ geschaffen hat.
Wir alle merken ja den Segen all der Erfindungen, wenn sie zum Wohle der Menschen eingesetzt werden. Gerade bei der großen und sich schnell ausbreitenden Kraft des Feuers und bei Unfällen mit unseren Fahrzeugen kommt es auf Sekunden an. Der technische Fortschritt ermöglicht ein schnelles Erreichen der BrandsteIle und eine wirkungsvollere Bekämpfung des Feuers als bisher. Nicht zuletzt bedeutet es auch eine größere Sicherheit für die Männer der Feuerwehr.
Vor mehr als 100 Jahren stand den FFW größtenteils nur eine Handdruckspritze mit Druckschläuchen zur Verfügung. Die Spritzen waren noch ohne Saugwerk ausgestattet, weshalb im Einsatzfall der Kasten durch die Eimer-Kette mit Wasser gefüllt werden musste. Erst später sind mit Saugwerk ausgestattete Spritzen dazugekommen, die aber noch je nach Größe mit Pferden oder von Mannschaften selbst zum Einsatzort gezogen werden mussten. Und heute steht dieses kleine technische Wunderwerk vor uns, ausgestattet mit den modernsten Geräten, sogar ein CD-Player ist dabei. Und die erste Durchsage-CD mit Musik konnte ich der FFW zusammenstellen, wofür ich mir heute ein Freibier erbeten habe.

Es gibt einen Spruch, der auch für diese heutige Segenshandlung passt: „An Gottes Segen ist alles gelegen“.
D. h. die vollkommenste Technik allein genügt nicht. Es braucht zu allen unseren menschlichen Unternehmungen die Hilfe und den Schutz Gottes. In einer Anekdote wird dies gut ausdrückt: Mitten in einem Tunnel bleibt der Zug plötzlich stehen. Ein Franziskaner und ein Jesuit sind im Zug. Der Franziskaner beginnt zu Beten und der Jesuit verlässt den Abteil. Bald darauf beginnt der Zug, seine Fahrt fortzusetzen. Voll Stolz sagt der Franziskaner: Siehst Du, mein Gebet hat geholfen. Darauf der Jesuit: Ja, weil ich zum Lokführer gegangen bin und ihm bei der Beseitigung des Fehlers geholfen habe.
Wer hatte recht? Wer hat mehr geholfen? Es gehört beides dazu.
In diesen Tagen haben wir wieder mit Bangen die Rückkehr der Astronauten erwartet. Gerade die Raumfahrt hat in vielen technischen Fragen unserer Zeit zur Entwicklung beigetragen. Aber wiesehr gerade bei diesen gefährlichen Unternehmen der Segen Gottes nötig ist, zeigen 2 Begebenheiten:
Am 1. Juli 1971 haben die Weltnachrichten die schockieren­de Nachricht gebracht, dass die drei sowjetischen Kosmonauten des Raumschiff „Sojus 11“ tot aus dem Weltraum zur Erde zurückgekehrt sind. So ist es gut zu verstehen, dass die amerikanischen Weltraumfahrer danach großteils ihre ge­wagten Flüge mit Gebet und Gottesdienst begonnen haben und dass sie­ während der Fahrt die Heilige Schrift dabei hatten; beim Versagen verschiedener Geräte haben sie in höchster Gefahr gebetet, und sie wurden von den Gebeten unzähliger Menschen unterstützt. Der denkende Mensch weiß nur gut, dass auch heute noch der Grundsatz gilt: „An Gottes Segen ist alles gelegen!“

Es geht bei der Segnung von Fahrzeugen letztlich nicht um Maschinen und Motoren, sondern um den Menschen, der sich ihrer bedient, der um seine Grenzen und darum auch um seine Gefährdung weiß. Die Segnung bekundet, dass man sich selbst und sein Tun bewusst dem Willen Gottes anvertraut und dass man auf seinen Schutz und seine Hilfe angewiesen ist, wenn das Werk gelingen soll.
So möge dieses Löschfahrzeug mit seiner Mannschaft seine Aufgabe im Dienste der Mitmenschlichkeit erfüllen.
Möge alles, was durch unsere Feuerwehr und ihre Hilfsgeräte geschieht, ein­gebettet sein in die Losung, die auch heute noch gilt: „Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr.“ In dieser Gesinnung wollen wir nun die Segenshandlung vornehmen.

Segensgebete:
Pr: Unsere Hilfe ist im Namen des Herrn.
A: Der Himmel und Erde erschaffen hat.
Pr: Herr, erhöre mein gebet.
A: Und lass mein Rufen zu dir kommen.
Herr, unser Gott, du hast den Menschen erschaffen als Krönung deiner Schöpfung. Alle Elemen­te sollten dem Leben dienen. Doch wir wissen auch um die Gefahren des Feuers und aller Arten von Katastrophen und Unfällen.
Wir bitten dich, segne die Menschen, die dieses neue Fahrzeug bedienen werden, um die Kraft des Feuers zu brechen, Menschen und ihr Hab und Gut zu rette und Menschen und Fahrzeuge nach Unfällen zu bergen. Beschütze die Feuer­wehrleute bei ihrem Einsatz in den verschiedenen Katastrophenfällen. Gib, dass ihr Einsatz ge­linge und sie dabei selbst keinen Schaden nehmen. Darum bitten wir auf die Fürsprache des hl. Florian durch Christus, unseren Herrn.

Fürbitten:
Pr.: Wir beten zu unserem Herrn und Gott und rufen zu ihm in unseren Anliegen:

V.: Wir bitten um Deinen Schutz und um unfallfreies Fahren mit dem neuen Löschfahrzeug, damit wir immer rasch am Einsatzort eintreffen und wirksam helfen können.
. Hilf allen Menschen, die durch Feuer oder Unfall in Not geraten, dass sie durch die Erfahrung der spontanen Hilfe durch Mitmenschen und durch die Feuerwehr Deine Liebe erkennen können.
. Wecke in unserer Jugend den Eifer und Willen, die große Feuerwehraufgabe fortzuführen..
. Hilf allen Verantwortlichen der Feuerwehr, im Einsatzfall die richtigen Entscheidungen zu treffen.
. Lass unseren Frauen, den alten und kranken Kameraden spüren, dass die Aktiven auch ihre Hilfe und ihr Verstännis und ihr geistiges Dabeisein für den erfolgreichen Einsatz brauchen.
. Schenke unseren verstorbenen Feuerwehrkameraden, die in den Jahren ihres Wirkens immer ihr Bestes gegeben haben, das ewige Leben.

Pr.: Allmächtiger Gott, auf die Fürsprache des heiligen Florian lass unseren Dienst am Mitmenschen gelingen. Durch Christus unseren Herrn. Amen.

Meditation:
Niemand kann sagen: Ich brauche den anderen nicht, ich lebe für mich allein! Wir alle brauchen unsere Mitmenschen, wir brauchen die Gemeinschaft, wir brauchen die gegenseitige Hilfe, besonders dann, wenn wir mit Hab und Gut, mit unserem Leben in Not geraten.
Der Dienst und die Aufgabe eines Feuerwehrmannes ist ein Dienst echter christlicher Nächstenliebe, ein wahrer Samariterdienst. Denn mein Nächster ist nicht nur der, der mir persönlich nahe steht, der mir sympathisch ist, mein Nächster, so sagt uns Jesus im Gleichnis vom barmherzigen Samariter, ist vor allem der Mensch, der im Augenblick meine Hilfe braucht, der in Not geraten ist und dieser Not alleine wehrlos und hilflos gegenübersteht.
Herr, steh uns bei in diesem Dienst, gib uns Bereitschaft zum Einsatz an allen Mitmenschen, die unsere Hilfe brauchen, und bewahre uns vor Unfällen und Gefahren.

Schlusssegen:
Der Herr segne euch und behüte euch! Er lasse sein Angesicht über euch leuchten! Er sei bei euch auf allen euren Wegen und beschütze euch in eurem Dienst!
Es segne euch auf die Fürsprache des hl. Florian der allmächtige Gott, der Vater und der Sohn und der hl. Geist.